Ein Blick zurück: die Entstehung der Bürgerbräu

Wie alles anfing

Seit Jahrhunderten gab es in den kleinen Ortschaften der Fränkischen Schweiz sogenannte Kommunbrauer. Dies waren meist Gastwirte mit einem verbrieften Recht, in ihrem Gasthaus eigenes Bier auszuschenken. Im 19. Jahrhundert teilten sich jene Brauer in Hersbruck in zwei Gruppen – die mit eigener Brauerei und jene, die als Kommunbrauer arbeiteten.

Johann Konrad Deinlein (*28.1.1831) wurde erstmalig urkundlich als Brauer erwähnt. Er vererbte seine Brauerei an seinen Sohn. Infolge wirtschaftlicher Verwerfungen wurde die Brauerei verkauft und Johann Konrad (der Jüngere) arbeitete als Kommunbrauer.

Sein Sohn Hans wollte nicht Brauer werden. Er wurde Notariatsgehilfe. Doch dann vermisste er das Handwerk des Vaters. Er erwarb eine Wirtschaft am Unteren Markt mit Kommunbraurecht, arbeitete hart, überstand den Ersten Weltkrieg, heiratete 1918 und gründete am 26.7.1920 gemeinsam mit anderen Partnern die Bürgerbräu Hersbruck, Deinlein und Co in ihrer heutigen Rechtsform.

Wo viele Gesellschafter mitreden, kann es Streit geben. Entnervt schied Hans Deinlein aus der Geschäftsführung aus. Er gründete ein Bierdepot in Nürnberg. Wieder viel Arbeit – und erneut erfolgreich. In der Weltwirtschaftskrise 1928/29 drohte die Bürgerbräu zu scheitern. Hans Deinlein wurde nach Hersbruck zurückgebeten, verkaufte das Depot, stieg wieder in die Brauerei ein, wandelte sie in eine KG um und war der persönlich haftende Gesellschafter.

Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte man wiederum, Hans Deinlein aus der Brauerei zu drängen. An seinem Geburtstag im Jahr 1948 wurde Hans Deinlein von der amerikanischen Militärregierung als Gesellschafter und Geschäftsführer bestätigt. Ab 1951 gehörte seiner Familie die Brauerei alleine.

Im Jahre 1956 verstarb er. An seine Stelle traten die Witwe Babette und seine Tochter Lotte. Diese wurde am 1.1.1969 alleinige Geschäftsführerin und blieb es bis 2003. Erfolgreich arbeitete sie, die Brauerei blühte auf. Ein Glücksfall war die Heirat ihrer Tochter Ursula mit dem jüngeren Sohn der Lichtenauer Hauff-Bräu, Hermann Weid. Als Diplom Braumeister sah er frühzeitig die Notwendigkeiten der Erneuerung. Der wesentliche Grund, weshalb die Bürgerbräu Hersbruck im harten Wettkampf bis heute besteht.

Lottes Tochter Ursula wurde im Jahre 2003 in die Geschäftsführung berufen. Bis zu ihrem Tode im Januar 2009 arbeitete Lotte Götz in der Brauerei mit – wie es in Familienbetrieben oft üblich ist. Und mittlerweile ist die nächste Generation in die Brauerei eingestiegen. Auch der nächste Chef ist wieder eine Frau – Sonja Weid (*1976).

Der große Brand 1987

Am 18.5.1987, nachts gegen 22:30 Uhr, brach in der Betriebsschlosserei ein Feuer aus.
Vollguthalle, Schalander, Braumeisterbüro und Toiletten brannten ab.
(hierzu Pressebericht der HZ vom 20.05.1987)

Welch ein Schlag.

Doch man bewies Durchhaltevermögen. Gemeinsam mit der Mannschaft behalf man sich. Die Neuerrichtung der Vollguthalle mit Nebengebäuden war im Dezember 1987 abgeschlossen.

Und eines ist geblieben – eine tiefe Freundschaft zur Freiwilligen Feuerwehr Hersbruck.

Eine kleine Anekdote aus jenen ‘heißen’ Tagen:
Als die zur Brandwache eingeteilten Kameraden in die Überreste der Vollguthalle traten, deutete der damalige Braumeister Hans Zink auf das Vollgut und sagte knapp:
“Des derfts alles austrinken!”

Dieser Ausspruch wird bis heute gern zitiert.